Tajschet - Birjusa

Ankunft inTajschet um 8: 31 Uhr Ortszeit +5 Moskau) Schenja, Direktor der Polizeischule in Taischet ist mein Gastgeber und holt mich vom Bahnhof ab und wir fahren ca. 12km ins 600 Seelen Dorf Birjusa. Das Dorf wurde nach dem Fluss (nebenan) benannt)

 

Zuerst geht es über die Autobahn Moskau Wladiwostok Richtung Birjusa. Die Autobahn ist eine breite Straße in recht passablem Zustand aber sobald man die Autobahn verlässt endet der Asphalt. Man kommt in ein typisches sibirisches Dorf mit Lehmstraßen, inklusive Schlaglöchern. Man sieht viele wirklich schön gestrichene Holzhäuser aber auch viele Häuserruinen, kaum Menschen. Im Winter ist es aber wahrscheinlich noch schlimmer. 


Das Haus gehört ursprünglich den Eltern des Gastvaters. Meist wohnen sie dort nur im Sommer denn sie wohnen eigentlich in der "Stadt". Sie bauen Kartoffeln und Gemüse an. Gemüse ist auch eingemacht. Sie sammeln Pilze selber und Beeren aus dem Wald. Dies alles stellt eine Hauptquelle der Lebensmittel für die Familie für das ganze Jahr da.

Das Video vom selbst erlegten Bären so wie das Fell das draußen in einem Durchgang hängt fand ich persönlich jetzt nicht so geil. Aber er war sehr Stolz drauf ...XD


Das Haus ist sehr einfach gehalten. Wie er immer sagte "primitiv". Plumpsklos z.B. im hinteren Teil des Hauses. So wie ein typisches Dampfbad.  kein fließendes Wasser. Es gibt jedoch eine Pumpe und diese pumpt Wasser aus dem Brunnen.

Gegen 11 Uhr holt mich Tatjana zu einem Dorfrundgang ab. Sie ist schon seit Generationen in dem Ort. Da sie vor ihrer Pensionierung Englischlehrerin in der örtlichen Schule war,  konnten wir uns gut verständigen und sie zeigte mir voller Stolz und Liebe die Besonderheiten von Birjusa.

Viele Geschichten, unter anderem auch eine fehlende Brücke die seit Zehn Jahren wieder aufgebaut werden soll da die ältere Menschen so nicht in die nahegelegene Bushaltestelle kommen zum Beispiel. Jedoch hat die Administration des Dorfes dies irgendwann einfach in Sand verlaufen lassen und die Einwohner bereuen es nun damals nicht wirklich dahinter gestanden zu haben und dies zu fordern.

Es folgen weitere Geschichten wie zum Beispiel bestimmte Projekte in denen Leute dazu gebracht werden sollen in das Dorf zu ziehen und Häuser zu bauen. Dafür bekommt man Geld vom Staat... zunehmender Alkoholismus einiger Leute die Häuser dann verkommen lassen aber auch dass nagelneuen Häuser gebaut werden und teilweise nicht mehr aus Holz gebaut.. >> soziologische und soziale Zusammenhänge.


 

Nach einer kleinen Siesta inklusive Katzenkuscheleinheit folgt das nächste Mahl. Tanja hat eine leckere Suppe zubereitet, eine Salatschüssel und Brot und schwarzen Tee natürlich.

Um 15 Uhr geht der Ausflug in die Taiga los. Shenja fährt mit mir und Sergej, einen Freund der Tochter, in seinem Aluminiummotorboot ab.

Der Fluss Birjusa ist trotz Niedrigwasser recht breit, oftmals von kleineren und größeren Inseln durchsetzt. Mal brausen wir über den Fluss, mal treiben wir nur, vorallem deshalb weil er mit Sergej nach den ausgelegten Fischnetzen suchte.

In einem der Netze waren Fische.

An einem Hügel, genannt "Weißberg", wegen der weißen Wände steigen wir aus und laufen hoch. Die Aussicht die sich bietet kann man nicht so beschreiben. Keine Autos weit und breit, aber auch keine Straße die nahe genug wäre um den Lärm der Autos zu hören - einfach nur Stille.

Nachdem wir noch Pilze sammeln waren in der Taiga, wo ich dann auch schön zerstochen wurde von den Mücken, halten wir zu einem Picknick am Fluss. Wieder frisches, selbstgemachtes essen.

Kaum waren wir dann zurück im Haus zeigte mir Shenja noch Fotos seiner Familie und fuhr mich dann auch um 20 Uhr wieder zurück zum Bahnhof. 

Der Zug ist wieder pünktlich und fährt um 20:55 Uhr gleich wieder ab. Ich steige in irkutsk am nächsten Morgen aus und bin dann ein Tag hier gewesen.

Inzwischen bin ich am Baikalsee auf der Insel Olchon und genieße den wundervollen Ort. Hier habe ich auch schon 3 meiner Mitreisenden für die Mongolei Exkursion getroffen Punkt wir sitzen hier abends zusammen mit einem netten russischen jungen Ehepaar und zwei ÖsterreicherInnen die auch gerade hier sind. Aber dazu vielleicht irgendwann mehr




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